Beschreibung:
Teil 1
Neurologische Patienten werden in der tierärztlichen Praxis zunehmend häufiger vorgestellt – eine Entwicklung, die dem wachsenden Stellenwert der Tiere innerhalb der Familie zu verdanken ist, wie auch dem Fortschritt diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten. Im klinischen Praxisalltag wirken neurologisch erkrankte Patienten auf den ersten Blick häufig komplex und schwer überschaubar, was nicht zuletzt auf eine im Vergleich zu anderen Fachbereichen oftmals geringere Routine zurückzuführen ist. Deswegen wird in diesem Seminar anhand zahlreicher videobasierter Demonstrationen die praxisnahe und systematische Durchführung des neurologischen Untersuchungsganges als Grundlage für jede Aufarbeitung eines neurologisch erkrankten Patienten detailliert vermittelt. Ziel ist es, auf Basis der erhobenen Befunde neurologische Läsionen einer konkreten Lokalisation im Nervensystem zuordnen zu können. Da unterschiedliche Regionen des Nervensystems jeweils charakteristische Krankheitsbilder hervorrufen, lassen sich anhand der erhobenen Untersuchungsparameter relevante Verdachtsdiagnosen gezielt eingrenzen. Aufbauend darauf wird mithilfe der „5-Finger-Regel“ gemeinsam ein sinnvoller diagnostischer Plan erarbeitet, der eine zügige und zielgerichtete Diagnosestellung ermöglicht.
Teil 2
Die idiopathische Epilepsie des Hundes zählt zu den häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen in der Kleintiermedizin. In der tierärztlichen Privatpraxis wird ihre Prävalenz auf bis zu 0,75 % geschätzt, in spezialisierten Überweisungszentren liegt sie zum Teil deutlich höher. Bestimmte Hunderassen sind hierbei überproportional häufig betroffen. Zusätzlich ist bekannt, dass neben dem klassischen epileptischen Anfallsgeschehen weitere zentral bedingte episodische Bewegungsstörungen existieren, die klinisch teilweise nur schwer von epileptischen Anfällen zu unterscheiden sind. Diese werden unter dem Begriff der „paroxysmalen Dyskinesien“ (PxD) zusammengefasst.Doch wann sollte man als Tierärztin oder Tierarzt besonders aufmerksam werden? Wie lässt sich ein epileptischer Anfall von einer paroxysmalen Dyskinesie abgrenzen, und welche weiteren Differentialdiagnosen müssen berücksichtigt werden? In diesem Seminar wird die systematische diagnostische Aufarbeitung des epileptischen Patienten detailliert besprochen. Darüber hinaus werden sowohl etablierte als auch neuere therapeutische Optionen vorgestellt. Ergänzend wird der Frage nachgegangen: „Epilepsie bei der Katze – was unterscheidet sie von der Epilepsie des Hundes?
Abschließend werden verschiedene therapeutische Strategien zur Behandlung des Status epilepticus praxisnah nach den neuesten Richtlinien dargestellt.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an praktizierende Tierärzte mit Schwerpunkt Kleintiere
Seminarziel:
·
Referenten:
ECVN I Oberärztin für Neurologie
2024
Oberärztin für Neurologie, Frontier Kleintierspezialisten Hergolding
2022
Weiterbildungsermächtigung zur Zusatzbezeichnung “Neurologie beim Klein- und Heimtier“
seit 2021
MIG Leadership Neurology, AniCura
2010-2023
Oberärztin für Neurologie und Kernspintomographie, Anicura Tierklinik Haar
seit 2008
Diplomate Neurologie, European College of Veterinary Neurology ECVN
2007-2008
Oberärztin Abteilung Neurologie; Medizinische Kleintierklinik, Ludwig-Maximilians Universität München
2004-2007
ECVN-konforme Residency Bereich Neurologie, Medizinische Kleintierklinik, LMU München
2001-2005
Doktorarbeit über die Bestimmung der Blut-Liquor-Schranke bei neurologisch gesunden und neurologisch erkrankten
Katzen (Dr. med. vet. med.), Medizinische Kleintierklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München
2002-2004
Assistenzärztin Abteilung Innere Medizin mit Fokus auf Neurologie; Medizinische Kleintierklinik, LMU München
2001-2002
Internship, Medizinische Kleintierklinik, LMU München
1995-2001
Studium der Veterinärmedizin, LMU München